Blackjack gehört neben dem Poker zu den beliebtesten Kartenspielen in einem Casino. Im Gegensatz zu Poker tritt der Spieler beim Blackjack jedoch nicht gegen andere Mitspieler an, sondern spielt gegen das Casino. Vielen Blackjackspielern ist dabei nicht bewusst, dass das Casino einen Vorteil gegenüber den Spielern hat. Diesen Vorteil kann ein geübter Spieler jedoch wieder relativieren. Die dazu genutzte Methode ist das sogenannte Kartenzählen. Mit dessen Hilfe lassen sich die eigenen Chancen im Blackjack erheblich steigern und der Dealer verliert seinen Hausvorteil. Dabei handelt es sich grundsätzlich nicht um eine illegale Methode. Das Kartenzählen fällt nicht in die Kategorie Betrug, auch wenn es in einigen Casinos nicht gern gesehen ist. Live-Casinos im Internet sind daher grundsätzlich der bessere Ort, wenn man sich am Kartenzählen versuchen möchte. Damit dies allerdings zu einem Erfolg führt, sollte man sich genau mit dem Verfahren vertraut machen und regelmäßig üben.

Das Casino im Blackjack

Casinos sind keine Wohltätigkeitsorganisationen und arbeiten in der Regel so, dass das Haus einen kleinen Vorteil gegenüber den Spielern hat. Im Blackjack ist dies ebenfalls der Fall, auch wenn es auf den ersten Blick oftmals gar nicht den Anschein hat. Allerdings führen vor allem zwei Dinge dazu, dass der Spieler benachteiligt wird. So spielt der Dealer seine Karten erst aus, wenn alle Spieler am Tisch ihre Züge gemacht haben. Dies bedeutet, dass der Dealer mehr Informationen besitzt und seine Handlungen an die Karten der Spieler anpassen kann. Des Weiteren hat ein Spieler grundsätzlich verloren, wenn er die 21 überschreitet. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Dealer im Anschluss ebenfalls über 21 kommt. Um diesen Nachteil auszugleichen, hat der Mathematiker Dr. Edward O. Thorp in den 60er Jahren das Kartenzählen entwickelt und in einem Buch veröffentlicht. In diesem Buch gab er eine genaue Anleitung, wie man am besten Blackjack spielt, und geht dabei auf die Methode des Kartenzählens ein. Den Casinos ist dieser Vorgang nicht verborgen geblieben, allerdings handelte es sich bei dem Vorgehen nicht um einen Betrugsversuch. Trotzdem wurden Maßnahmen ergriffen, um das Kartenzählen einzuschränken. Diese haben jedoch nur geringe Auswirkungen, sodass die Methode grundsätzlich immer noch gute Ergebnisse für den Spieler bringt.

Das Grundprinzip

Wenn man sich mit Blackjack genau beschäftigt, bemerkt man schnell, dass die Bildkarten für den Spieler vorteilhafter sind, als die Karten mit geringen Zahlen. Durch Bildkarten lassen sich schnell hohe Werte erreichen, sodass man im Idealfall nur wenige Karten ziehen muss. Daher ist der Spieler immer dann im Vorteil, wenn sich möglichst viele Bildkarten im Deck befinden. Diesen Umstand macht sich das Kartenzählen zunutze. Für das Kartenzählen werden die Karten anhand ihrer Vorteilhaftigkeit für den Spieler bewertet. Die Spieler addiert in der Folge die Werte aller offenen Karten zusammen. Dabei handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der sich über alle Runden hinweg zieht. Anhand der addierten Zahl bekommt der Spieler nun einen Richtwert. Dieser gibt an, ob sich viele gute, also 10er oder Bildkarten, oder viele schlechte Karten im Deck befinden. Je nachdem, wie hoch der Wert ist, richtet der Spieler nun seinen Einsatz aus. Wichtig ist dabei, dass er auf diese Weise zwar seine Chancen steigert, es jedoch keine Garantie auf einen Sieg gibt. Auch wenn sich viele gute Karten im Deck befinden, spielt die Glückskomponente immer noch eine Rolle. Dies ist auch der Grund, warum das Kartenzählen im Blackjack nicht illegal ist. Der Spieler kann seine Chancen nur etwas besser einschätzen, er weiß aber nicht, welche Karten gezogen werden.

Die Standard-Version des Kartenzählen

Ähnlich wie beim tatsächlichen Blackjack gibt es beim Kartenzählen verschiedene Methoden, die einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad aufweisen. Die einfachste Möglichkeit wird als High-Lo-System bezeichnet. Um eine genaue Bewertung des Decks vornehmen zu können, werden alle Karten in eine von drei Gruppen eingeteilt. Für jede Gruppe wird ein Wert vergeben, welche am Ende für die Berechnung ausschlaggebend ist. Die niedrigen Zahlenkarten sind für den Spieler immer die schlechtesten Karten im Blackjack. Daher werden alle Zahlen von 2 bis 6 in einer Gruppe zusammengefasst, welcher die Zahl +1 zugeordnet wird. Die Zahlen 7 bis 9 sind besser, für den Spieler aber immer noch nicht ideal. Sie kommen in die zweite Gruppe und erhalten den Wert 0. Die besten Karten für den Spieler sind die 10er sowie alle Bildkarten von Bube bis Ass. Sie kommen in die Gruppe 3 und erhalten den Wert -1. Die guten Karten erhalten einen negativen Wert, da sich das verbleibende Deck verschlechtert, wenn eine gute Karte gezogen und aufgedeckt wird. Äquivalent steigen die Chancen immer dann, wenn sich weniger schlechte Karten sich im Deck befinden. Der Spieler muss daher nun kontinuierlich die Werte aller aufgedeckten Karten addieren. Anhand seiner aktuellen Summe, dem sogenannten Count, kann er bewerten, ob sich mehr gute oder mehr schlechte Karten im Deck befinden. Ist die Summe in einem hohen positiven Bereich, dann sind die Chancen auf einen Erfolg sehr groß. Befindet sie sich dagegen weit im Minus, dann sollte nur das absolute Minimum gesetzt und gleich der Tisch gewechselt werden.

Regelmäßiges Üben führt zum Erfolg

Das Kartenzählen im Blackjack ist eine Fähigkeit, die regelmäßig trainiert werden sollte. Da die Runden teilweise sehr schnell sind und man nur wenig Zeit hat, müssen die Vorgänge fast schon automatisiert ablaufen. Vor allem, wenn man das Kartenzählen in einem realen Casino anwenden möchte, sollte erst ein gewisses Können erreicht sein. In vielen Casinos werden Spieler, die beim Kartenzählen entdeckt werden, gebeten, nicht mehr Blackjack zu spielen. Auch wenn es sich wie bereits erwähnt nicht um Betrug handelt, sind Kartenzähler in Casinos nicht gern gesehen. Daher ist es hilfreich, wenn möglichst unbemerkt gezählt wird, was nur durch Erfahrung möglich ist. Ein Vorteil für den Spieler ist die Tatsache, dass Blackjack mindestens mit 2 Karten gespielt wird. Oftmals heben sich die beiden Karten zu Beginn auf, was das Zählen erheblich vereinfacht. Um dies schnell erkennen zu können, lohnt es sich zu Hause mit einem Deck zu üben. Fortgeschrittene können zudem damit beginnen, in einem Side-Count nur die Asse zu zählen. Dazu werden alle Asse mit einer niedrigen Karte wie zum Beispiel der 2 in ein Verhältnis gesetzt. Jedes Ass erhält den Wert -1 und jede 2 den Wert +1. Der Side-Count wird in jeder Runde zu dem normalen Count addiert und macht das Ergebnis so noch ein wenig genauer wird. Wer sich eine Grundfähigkeit im Kartenzählen erworben hat, kann zudem überlegen, ob er mit einem komplizierteren System beginnt. Diese erfordern in der Regel noch mehr Übung, lassen dafür aber auch genauere Einschätzungen zu.

Andere Möglichkeiten

Nachdem sich das Kartenzählen als Prinzip im Blackjack etabliert hatte, begannen Spieler weitere Methoden zu entwickeln, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Besonders beliebt ist in der heutigen Zeit der Red Seven Count. In diesem System erhalten alle Karten bis zur 6 sowie die roten 7 einen Wert von +1. Durch diese Zählweise lässt sich ein einfacher Richtwert für die Höhe der Einsätze festlegen. So kann man den Count einfach durch 2 teilen und diesen Wert dann mit der Höhe des Grundeinsatzes multiplizieren. Liegt der Count also bei einem Wert von 4, dann würde eine Verdopplung Sinn machen. Erfahrene Kartenzähler können sich nach und nach richtig komplizierten Systemen widmen. Dazu zählt zum Beispiel der Uston Advanced Point Count. Die Schwierigkeit bei diesem System ist die Tatsache, dass viel mehr Gruppen mit konkreten Werten existieren. Dies führt dazu, dass der Spieler sich genau konzentrieren muss, wenn er sich nicht verzählen möchte. Im Uston Advanced Point Count erhalten die Karten folgende Werte: 2 und 8 mit +1 3, 4, 6 und 7 mit +2 5 mit +3 9 mit -1 10, J, Q, K mit -3 Asse werden im normalen Count nicht gezählt, sondern kommen in den bereits angesprochenen Side-Count. Um Erfolge im Uston Advanced Point Count zu erzielen, ist viel Training notwendig. Experten empfehlen, dass ein Spieler ein Deck in unter 40 Sekunden zusammenzählen sollte, bevor die Methode in einem richtigen Spiel angewendet werden kann. Wem dies jedoch gelingt, der kann sehr genaue Voraussagen im Blackjack treffen.

Kartenzählen im Online Casino

Wie bereits angesprochen ist die Nutzung von Kartenzählen im Blackjack nicht illegal, aber auch nicht gern gesehen in vielen Casinos. Als Betrugsversuch wird es jedoch in jedem Falle gewertet, wenn der Spieler technische Hilfsmittel wie Smartphones oder andere Rechenmaschinen einsetzt. Auch steigt durch die Nutzung von solchen Geräten die Gefahr entdeckt zu werden, sodass man grundsätzlich darauf verzichten sollte. Ein guter Ort, um das Kartenzählen einzusetzen, sind Online-Casinos. Hier sollte allerdings darauf geachtet werden, dass man sich in einem Live-Bereich befindet. Die Blackjack-Videoautomaten teilen die Karten in jeder Runde nach dem Zufallsprinzip und aus einem vollen Deck aus. Daher macht der Einsatz des Kartenzählens in solchen Fällen wenig Sinn. Ein Live-Bereich zeichnet sich dagegen dadurch aus, dass hier ein realer Dealer zum Einsatz kommt, dessen Aktionen über einen Stream gezeigt werden. Der Dealer nutzt in der Regel auch ein herkömmliches Blackjack-Deck, sodass dies eine gute Möglichkeit ist, um das Kartenzählen zu nutzen. Da man sich zudem nicht in einem realen Casino, sondern zu Hause vor dem Rechner oder Tablet befindet, können anfangs sogar technische Hilfsmittel genutzt werden. Aufgrund der langsamen Geschwindigkeit empfiehlt es sich jedoch, nach und nach auf diese zu verzichten und selbst im Kopf zu addieren. Mit der Zeit werden die Spieler dabei feststellen, dass ein Automatismus einsetzt. Die Zahlen addieren sich praktisch auf einen Blick vom selbst im Kopf und es werden gar keine Hilfsmittel mehr benötigt. Wer diesen Punkt erreicht hat, der sollte sich an komplexeren Systemen versuchen, um so noch bessere Ergebnisse zu erzielen.

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